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BBS 6 - Geschichtliches
Pädagogisch gelenkte Arbeit
Gewerbliche Berufsschule VI
Neubau
Berufsbildende Schule 6 (BBS 6)
Sinkende Schülerzahlen in den 80igern
Bewegte Schule
Pädagogisch gelenkte Arbeit
Bereits im April 1963 wies Erich-Otto Schesky, Gründungsschulleiter der späteren Gewerblichen Berufsschule (GBS) VI, in der Schrift: "Berufsbildung zwischen Tradition und Fortschritt", die zum 50-jährigen Bestehen des gewerblichen Berufsschulwesens in Hannover herausgegeben wurde, darauf hin, dass das Problem der Jungarbeiter, das heißt Jugendlicher ohne Lehr- und Anlernverhältnis in Hannover noch nicht gelöst sei. Er stellte dabei 3 Forderungen auf, die sich aus den Erfahrungen im Umgang mit Jungarbeitern ableiteten:
Den Mittelpunkt des Unterrichts muss die pädagogisch gelenkte Arbeit bilden. In eigenen Werkstätten soll der junge Mensch am Modellfall des Begreifens seiner Umwelt, ausgehend von der Welt der Arbeit und des Betriebes, geführt werden. (das entspricht einem ganzheitlichen, handlungsorientierten Ansatz, Anm.d.V.)
Alle theoretischen Erörterungen müssen sich möglichst um dieses gemeinsame Arbeitserlebnis in der Werkstatt gruppieren, sie können dabei die ganze Skala der üblichen Lehrfächer erfassen. (das bedeutet fächerübergreifenden Unterricht, Anm.d.V.)
Sinnvoll betriebene Leibesübungen sollen Jungarbeiter biologisch, pädagogisch und sozial beeinflussen. Sie sollen helfen, das echte sportliche Prinzip auch auf andere Gebiete des Lebens zu übertragen.
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Gewerbliche Berufsschule VI
Diese Forderungen führten dazu, dass 1966 an der GBS III der Stadt Hannover "besondere" Jungarbeiterklassen eingerichtet wurden, in denen benachteiligte Jugendliche unterrichtet wurden.
Nachdem 1974/75 die GBS III als Schule für Bauberufe und Fahrzeugtechnik ihren Platz im Berufsschulzentrum gefunden hatte, erhielten die Jungarbeiterklassen im Schulgebäude in der Beethovenstraße 5 in Linden "ihre" eigene Berufsschule, die Gewerbliche Berufsschule VI der Stadt Hannover. Eine besondere Berufsschule für die oben beschriebenen Schülerinnen und Schüler war zum damaligen Zeitpunkt in Niedersachsen einmalig, ihre Errichtung ist in der Fachöffentlichkeit kontrovers und bisweilen polemisch diskutiert worden. Am 1.April 1975 nahm diese Schule unter der kommissarischen Schulleitung von Erich-Otto Schesky ihren Betrieb auf. Bis zum 19.Mai 1976 hatte er die nicht ganz leichte Aufgabe, ein überwiegend junges, teilweise ungestümes Kollegium auf den richtigen pädagogischen Pfad zu bringen.
Am 19. Mai 1976 übernahm Rudolf Weber die Aufgabe des Schulleiters, nachdem der Vorstoß der jungen Kollegen, eine kollegiale Schulleitung zu installieren nicht das Wohlwollen des Kultusministeriums erhalten hatte. Bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Februar 1992 hat Rudolf Weber die Schule durch teilweise stürmische Zeiten ihrer weiteren Entwicklung geführt. Unter seiner Leitung wurden LVE (Lehrgang zur Verbesserung der Eingangsmöglichkeiten) - und LFB (Lehrgang zur Förderung der Berufsreife) Lehrgänge als Erweiterung des Angebotes der GBS VI in Vollzeitform erfolgreich etabliert.
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Neubau
Durch politische Vorgaben intendiert, beschloss der Rat der Stadt Hannover 1977, für die GBS VI Hannover einen Neubau zu errichten.
1. Raumbedarf in einem bestehenden Gebäude für die Oberstufe der IGS Linden
2. Zunehmende Jugendarbeitslosigkeit
3. Einführung vollzeitschulischer Bildungsgänge für Jugendliche ohne Ausbildungsvertrag nach § 168 NSchG
Platz für den Neubau fand man am Goetheplatz in den bisherigen Gebäuden des alten Gaswerkes der Stadtwerke Hannover. Durch eine aktive Planungsgruppe aus dem Kollegium der GBS VI begleitet, wurde ein pädagogisches Gesamtkonzept für die GBS VI entwickelt und in Architektur umgesetzt. 1981 zogen die ersten Klassen in ihr neues Gebäude am Goetheplatz um. Da in dieser Zeit noch keine ausreichenden Räume für die ganze Schule zur Verfügung standen, wurden einzelne Bereiche (Kraftfahrzeug- und Bautechnik) in das Gebäude der ehemaligen Druckerei Osterwald in Laatzen ausgegliedert und Maßnahmen zur beruflichen und sozialen Eingliederung junger Ausländer und Aussiedler (MBSE) in einer Nebenstelle im Schulgebäude Eleonorenstraße durchgeführt.
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Berufsbildende Schule 6 (BBS 6)
1981 wurde die BBS 6 (inzwischen umbenannt in Berufsbildende Schule 6 der Landeshauptstadt Hannover) am Goetheplatz fest installiert. Das Gebäude ist Bestandteil eines pädagogischen Konzepts, das einmalig in Niedersachsen ist und Jugendlichen ohne Schulabschluss, Analphabeten und Ausländern ohne Deutschkenntnisse eine solide berufliche Startchance ermöglichen soll. Nach der Novellierung des Schulgesetzes wurden die Aufgaben der Berufsvorbereitung und der Berufsgrundbildung neu geordnet. Nach der vollständigen Fertigstellung des Schulgebäudes 1982 wurden auch die ausgelagerten Bereiche der BBS 6 in ihr Schulgebäude am Goetheplatz zurückgeführt.
Die Großzügigkeit des Gebäudes findet besondere Zustimmung bei allen Besuchern und Schülern. Sie ist Grundlage einer effektiven Integrations- und Projektarbeit, was auch wohlwollend von der hannoverschen Presse aufgegriffen wurde.
Ein Rückgang der Schülerzahlen im BVJ-Bereich Mitte der 80-er Jahre wird eine politische Diskussion um die Auslastung der BBS 6 begonnen. Trotz dadurch veranlasster Unruhe geht die pädagogische Arbeit an der BBS 6 intensiv weiter.
1984 werden zwei BGJ-Klassen mit dem Schwerpunkt Fahrzeugtechnik eingerichtet. Damit ist die BBS 6 Standort und Heimat für 22 BVJ-Klassen, 3 BGJ-Klassen und 5 Teilzeitklassen des Unterrichtverbunds mit den Schulen für Lernbehinderte und Verhaltensgestörte (Begrifflichkeit der 80-er Jahre).
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Sinkende Schülerzahlen in den 80igern
Die weiter sinkenden Schülerzahlen im BVJ lassen die politische Auseinandersetzung wieder aufleben. Der von der BBS 6 unterstützte Vorschlag, den Fachbereich Farbtechnik und Raumgestaltung in die BBS 6 einzugliedern, wird bedauerlicherweise vom Schulausschuss abgelehnt.
Die integrative Arbeit, besonders mit nicht deutsch sprechenden Schülern wird erfolgreich fortgesetzt. 1987 werden weitere Grundlagen für die Bearbeitung von Großprojekten (Herrichten einer alten Dampflok und Betreuung einer Freizeit- und Bildungsstätte im Ith) gelegt. 1988 wird die Absicht des Schulträgers bekannt, die Berufsbildenden Schulen neu zu strukturieren. Ausgehend von der Annahme, dass sich die Schüleranzahl im BVJ auf ca. 120 reduzieren wird, werden für die BBS 6 unterschiedliche Perspektiven diskutiert:
1. Eine Schule für ca. 120 BVJ-Schüler und Teile der Kfz-Abteilung der BBS 3.
2. Das BVJ wird aufgeteilt und an die Fachberufsschulen angegliedert.
3. Das BVJ zieht in ein eigenes, kleineres Schulgebäude.
Die Varianten 2 und 3 sehen vor, das Gebäude der BBS 6 zu einer reinen Berufsschule für Kfz-Berufe auszubauen. Hiergegen protestiert das Kollegium der BBS 6 und führt in diesem Zusammenhang u.a. eine 2-tägige Klausurtagung durch. In der kommenden Zeit entbrennt eine heftige Auseinandersetzung um die Zukunft des BVJ, z.B. sieht der zuständige Bezirksrat in der Schule einen wichtigen Integrationshort, der nicht aufgelöst werden darf.
1990 veröffentlicht die Schulverwaltung einen neuen Plan, wonach an der BBS 6 sowohl das BVJ, als auch die gesamte Kfz.-Technik untergebracht werden soll.
Ebenfalls 1990 wird das Bildungsangebot durch die Berufsfeldorientierung für Sonderschülerinnen und –schüler erweitert.
In dieser schwierigen Zeit übernimmt Horst Buresch nach dem Ausscheiden von Rudolf Weber die kommissarische Schulleitung vom 8.Oktober 1990 bis zum 31. August 1993.
Am 6. September 1993 wird Christian Postel zum Schulleiter der BBS 6 ernannt.
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Bewegte Schule
Im weiteren Verlauf muss, u.a. bedingt durch ausländerpolitische Maßnahmen, die Entwicklung der Schülerzahlen dauernd noch oben korrigiert werden. Die tatsächlichen Schülerzahlen steigen wesentlich höher als im Rahmen der Planungen vorausberechnet, so dass eine Zusammenführung mit der Kfz.-Technik nicht realisierbar erscheint.
Im Mai 1994 wird unter Einbeziehung der Schüler der BBS 6 in die vorbereitenden Arbeiten in den Räumlichkeiten der BBS 6 ein NLI-Forum mit dem Thema "Benachteiligte Jugendliche in Berufsbildenden Schulen – Innovative Ansätze, Konzepte und Modelle für Fördermaßnahmen in Niedersachsen" erfolgreich durchgeführt.
Allen begründenden Einwendungen zum Trotz zieht nach umfangreichen Baumaßnahmen die Kfz-Abteilung als Zweigstelle der BBS 3 am 1 August 1994 in das Gebäude der BBS 6 ein.
Um aus dem Nebeneinander zweier unterschiedlicher Kollegien in einem Hause ein Miteinander zu erreichen, wird mit Wirkung vom 1. Februar 1996 die Kfz-Abteilung von der BBS 3 an die BBS 6 versetzt. Von nun an wird die neue Abteilung für Fahrzeugtechnik als Abteilung B der BBS 6 geführt.
Unter anderem wird im März 1995 das erfolgreiche Projekt "Bewegte Schule", eine Radwanderung mit 28 Schülern aus unterschiedlichen Nationen (Bosnien, Kosovo, Afghanistan, Türkei, Senegal, Italien) ins Wendland durchgeführt. Hierbei erweist sich die Unterstützung der AWD-Stiftung Kinderhilfe und des Vereins zur Förderung von Bildung und Erziehung von benachteiligten Jugendlichen in Hannover e.V. (kurz: Förderverein der BBS 6) als sehr hilfreich.
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