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Sonntag, 20. Januar 2019
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20 Jahre Auschwitzbegegnungsprojekt

20 Jahre Auschwitzbegegnungsprojekt
Auftaktveranstaltung Live-Konzert
Familie Bejarano trifft Microphone Mafia

Orient trifft Okzident, die Jüdin den Moslem, die Atheistin den Christen, Süd trifft Nord, alt trifft jung, Frau trifft Mann, Tradition trifft Moderne, Folklore trifft Rap, Hamburg trifft Köln, ausdrucksstarke Stimmen treffen auf geniale Musiker, Spannung trifft auf Harmonie, Herz trifft Verstand, die Familie Bejarano trifft Microphone Mafia – und alle arbeiten gleichberechtigt nebeneinander.

Mit einer Lesung aus ihrem gerade erschienenen Buch „Erinnerungen“ begann die Veranstaltung am 24.04.2014 um 19:00 Uhr  in der Sporthalle der Berufsbildenden Schule 6 der Region Hannover. . Esther Bejarano ging durch die Hölle von Auschwitz und Ravensbrück. 30 Minuten aufmerksames zuhören, Fassungslosigkeit, erstaunen über die unbändige Kraft einer überlebenden Zeitzeugin. 89 jährig und immer noch  hat sie eine Botschaft dabei.

Das  Programm bestand zu einem Teil aus Liedern in jiddischer Sprache, die in den Ghettos und KZs entstanden sind. Darin drückt sich Esther Bejaranos Herkunft, Geschichte und Selbstverständnis als Jüdin aus.  Sie beschäftigt  sich auch mit  der Gegenwart: Ausgrenzung, Rassismus, Gewalt und Krieg wurden anhand von Stücken von Bertold Brecht, Nazim Hikmet oder MikisTheodorakis thematisiert.

Die Texte wurden im Original vorgetragen, mindestens acht Sprachen – neben deutsch jiddisch, hebräisch, ladino, russisch, romanes, türkisch, griechisch und englisch, manchmal kommt noch spanisch oder italienisch dazu. Damit wollte sie ihr Verständnis von Völkerfreundschaft und – verständigung ausdrücken.

Musikalisch begleitet von ihrem Sohn Joram am Eletrobass.

Kultu Yurtseven ein typischer „Jugendlicher mit Migrationshintergrund“: aufgewachsen im Kölner Arbeiterviertel wurde zeitlebens mit Rassismus konfrontiert. Seine Erfahrungen verarbeitet er in ihren Musikstücken. Seit zwanzig Jahren ist er mit  Microphone Mafia unterwegs und rappt auf türkisch, neapolitanisch und Kölsch. In das Projekt „Per La Vita“ – Für das Leben – fließen sehr unterschiedliche Erfahrungen ein. Diese unterschiedlichen Erfahrungen aus der Vergangenheit brachten die Bejaranos und die Microphone Mafia in der Gegenwart zusammen, um sie mit anderen zu teilen, aus ihnen zu lernen und gemeinsam für eine bessere Zukunft einzutreten.

 „Bei dem Projekt prallen Welten aufeinander. Und dieser Aufprall soll die Menschen wachrütteln“, kommentiert Kutlu Yurtseven das Projekt.

Dieser musikalische Urknall ist ein ungewöhnliches künstlerisches Projekt, in dem musikalische Widersprüche harmonisch in Einklang gebracht wurden.  Auch wenn manche Stücke betroffen machen, so strahlen die meisten Optimismus aus, sind so vielschichtig wie das Leben selbst, und trotz aller Höhen und Tiefen ein uneingeschränktes „Ja!“ zum Leben.

Wir danken für ein einmaliges Zeitdokument und einen fantastischen Abend.

Esther Bejarano

Festakt zum 20-jährigen Jubiläum im Regions-Haus, Filmbeitrag von h-eins
Jubiläum: Auschwitzbegnungsprojekt
    
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